Ist MS eine venöse Erkrankung und einfacher heilbar? Teil 2 E-Mail
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Dr. Zamboni berichtet weiter über seine Hoffnungen und Ziele mit dem neuen Ansatz zur Behandlung der MS.

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In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde von Dr. F. A. Schelling die Hypothese einer venösen Ursache der MS aufgestellt.

Die vorgeschlagene venöse Hypothese der MS beruht darauf, dass das venöse Blut Probleme hat, aus dem Gehirn wieder zurück zum Herzen zu fliessen. Ursache sei zum Beispiel eine Stenose der Vena azygos oder der Vena jugularis interna (innere Drosselvene), die beide das Blut aus dem Gehirn und dem oberen Rückenmark drainieren. Es käme zu einem Rückstau und damit zu einem Ödem um die Hirnvenen herum, wobei vermutlich auch die Blut-Hirn-Schranke in Mitleidenschaft gezogen würde.

Prof. Zamboni hat bei der inneren Drosselvene bei 91% und bei der Vena Azygos bei 86% bei 65 untersuchten MS-Betroffenen Blockaden gefunden. Keine solchen Blockaden konnte er bei der 235-köpfigen Kontrollgruppe ohne MS finden.

Jeder MS-Patient scheint eine CCSVI zu haben und nicht MS-Betroffene nie: 100 Betroffene bei 235 Kontroll-Personen in Italien (Zamboni), 15 in den USA (Dake), 9 in Polen (Simka). Aktuell werden 1700 Patienten und Kontroll-Personen vom Jacobs Neurological Institute in Buffalo, USA im Rahmen der CTEVD Studie unter der Leitung von Prof. Robert Zivadinov untersucht. Die Studie dauert zwei Jahre und die Publikation der Resultate ist in 2011 zu erwarten.

Die histologische Untersuchungen von Prof. Zamboni zeigen wohl die charakteristischen Zeichen eines gestörten venösen Abflusses: perivenöse Eisenablagerungen und Fibrinmanschetten. In der Dopplersonographie war der venöse Rückstrom im Vergleich zu gesunden Vergleichspersonen bei MS-Patienten gestört.

Das würde heissen die MS ist vermutlich primär keine Autoimmunkrankheit, sondern eine ‚mechanische Krankheit, die durch eine Abflussstörung der Gehirnvenen ausgelöst wird. Wenn man Entzündungszeichen im Liquor findet (z.B. Oligoklonale) scheinen diese eher sekundär zu sein, also darauf zurückzuführen sein, dass die Blut-Hirn-Schranke durch den venösen Rückstau beeinträchtigt ist, oder dass Lymphozyten geschädigtes Myelin abbauen.
Besonders eindrucksvoll ist dies: 18 Patienten wurden in der Mitte ihres frisches Schubs von P. Zamboni behandelt. Bei den operativ behandelten Fälle kamen die gestörten Funktionen in 4 Stunden bis in 4 Tagen zurück. Das Team von Zamboni ist der Ansicht, dass dies der beste Beweis dafür ist, dass venöse Blockaden ‚eine kausale Rolle in der Pathogenese der MS spielen.

Es wäre wirklich erstaunlich: Man hat einen frischen Schub, findet venographisch die verschlossene Vene, öffnet sie mittels eines harmlosen Eingriffs und die Schubsymptome bilden sich zurück!


Quelle: http://www.ctv.ca/servlet/ArticleNews/story/CTVNews/20091120/W5_liberation_091121/20091121?s_name=W5


 
 
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